Case Study
Hela - Wie ein Traditionsunternehmen seine Lieferfähigkeit neu erfunden hat
Ausgangssituation
Skalierbar wachsen – ohne Risiko für die Lieferkette
Hela ist kein Start-up. Seit über 100 Jahren steht das Familienunternehmen für Qualität, Vielfalt und Geschmack. Genau das wurde jedoch zur Herausforderung.
Am Standort Ahrensburg müssen täglich zigtausende Artikelvarianten bewegt werden – für den Handel ebenso wie für Endkunden in über 65 Ländern. Gleichzeitig wächst das B2C-Geschäft, die Auftragsstruktur wird kleinteiliger, die Lieferzeiten kürzer.
Die bestehende Logistik war dafür schlicht nicht mehr gemacht.
Begrenzte Lagerkapazitäten, ein in die Jahre gekommenes Hochregallager und steigender manueller Aufwand setzten Hela unter Druck. Stillstand war keine Option – der Betrieb musste während Umbau und Neubau vollständig weiterlaufen.
Kurz gesagt:
Mehr Volumen, mehr Varianten, mehr Tempo – aber ohne Risiko für die Lieferfähigkeit.
Lösung

Eine Logistik, die sich dem Geschäft anpasst – nicht umgekehrt
Hela entschied sich bewusst gegen Stückwerk und für einen grundlegenden Neustart der Logistik. Gemeinsam mit Unitechnik wurde nicht einfach Technik geplant, sondern zuerst eine Strategie.
Der Ansatz war pragmatisch und mutig:
- Neubau und Retrofit parallel, statt „entweder oder“
- Inbetriebnahme der neuen Logistik unabhängig vom laufenden Betrieb
- Schrittweise Ablösung der alten Prozesse, ohne Lieferunterbrechung
Unitechnik übernahm dabei die durchgängige Systemverantwortung:
vom Logistiklayout über die Automatisierung bis zur IT-Integration.
Konkret entstand:
- ein neues Hochregallager mit rund 8.400 Palettenplätzen
- ein Behälter-Shuttle-System für knapp 39.000 Behälter
- eine zentralisierte Kommissionierhalle mit Ware-zum-Mann-Prinzip
- automatisierte Verpackungs-, Etikettier- und Versandprozesse
- die vollständige Steuerung über das Warehouse-Management-System UniWare, nahtlos angebunden an SAP
Wichtig in dem Projekt:
Die Lösung wurde so ausgelegt, dass sie mit Hela wachsen kann – nicht nur für heutige Anforderungen, sondern auch für künftige Markt- und Absatzmodelle.
Nutzen
Mehr Liefersicherheit, mehr Flexibilität, weniger Abhängigkeit
Das Ergebnis ist keine technische Anlage – sondern ein spürbarer Business-Vorteil für Hela.
Heute kann das Unternehmen:
- deutlich mehr Lagerkapazität nutzen bei gleicher Fläche
- Handel und Endkunden parallel aus einer Logistik bedienen
- Aufträge schneller, zuverlässiger und variantenreicher abwickeln
- körperlich belastende Tätigkeiten reduzieren und dem Fachkräftemangel aktiv begegnen
- Materialbewegungen in Echtzeit transparent steuern
Entscheidend ist:
Hela blieb während aller Bauphasen voll lieferfähig. Keine Imageschäden, keine Lieferabbrüche, keine Kompromisse gegenüber Kunden.
Oder, wie es Hela selbst formuliert:
„Für zukünftige Herausforderungen sind wir bestens gerüstet.“
(Markus Laue, Leiter Logistik und Projektmanagement)
Die neue Logistik ist damit kein Kostenfaktor mehr, sondern ein Wettbewerbshebel – besonders im wachsenden Onlinegeschäft.
Technik und Kennzahlen
- UniWare Lagerverwaltungssystem (LVS) mit integrierten Modulen für Materialflusssteuerungssystem (MFS) und Anlagenvisualisierung (VISU)
- Host-Schnittstelle mit Kunden-ERP
- Automatisches Palettenlager:
3-gassig; 2-fachtief; 8.400 Stellplätze;
ca. 26 m hoch und 81 m lang; Silo-Anlage - Automatisches Kleinteilelager:
2-gassig; 3-fachtief; 38.760 Stellplätze;
44 Shuttle-Fahrzeuge - Fördertechnik Nord-Süd Verbindung verbindet das neue Logistikgebäude mit der Produktion und verläuft durch das Hochregal
- Retrofit des bestehendes HRL (4 Gassen, 5.000 Stellplätze) und Anbindung an die neue Fördertechnik
