Der Königsweg zur LVS-Ablösung

Ergebnisse einer Studie und ein individueller Fahrplan

Warum die Ablösung von Lagerverwaltungssystemen (LVS) entscheidend für moderne Intralogistik ist

Lagerverwaltungssysteme (LVS) sind ein zentraler Bestandteil moderner Intralogistik. Sie sollen Arbeitsabläufe effizient und transparent gestalten, den Materialfluss optimieren und eine durchgängige Digitalisierung der Lagerprozesse ermöglichen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass bestehende Systeme diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden – sei es durch fehlende Automatisierungsfunktionen, mangelnde Systemintegration oder unzureichenden Support. Auch veränderte Geschäftsprozesse und steigende Leistungsanforderungen im Zuge von Logistik 4.0 führen dazu, dass viele Unternehmen über eine Ablösung oder Modernisierung ihres LVS nachdenken.

Das Whitepaper von Unitechnik beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Softwarewechsel, zeigt Optimierungspotenziale in der Lagerverwaltung auf und gibt praxisnahe Empfehlungen für die Auswahl der passenden Lösung sowie für eine strukturierte Ablösung des bestehenden Systems.

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Viele Lagerverwaltungssysteme stoßen im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistik an ihre Grenzen. Veraltete Systeme erschweren die Integration moderner Technologien und behindern eine effiziente Prozesssteuerung. Die Ablösung des bestehenden Lagerverwaltungssystems eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Logistiksoftware zu modernisieren und die Basis für eine vernetzte, zukunftssichere Intralogistik zu schaffen.

Eine von Unitechnik im Juli 2021 durchgeführte Umfrage unter rund 60 Teilnehmenden aus verschiedenen Branchen zeigt: Viele Unternehmen sehen in der Modernisierung oder im Austausch ihres LVS einen wichtigen Schritt zu mehr Effizienz und Transparenz. Gleichzeitig bestehen jedoch weiterhin Bedenken – etwa hinsichtlich möglicher Anlaufprobleme oder eines aufwändigen Migrationsprozesses.

Die Ergebnisse der Unitechnik-Studie „Lohnt sich die Ablösung des Lagerverwaltungssystems?“ bieten wertvolle Einblicke in aktuelle Trends und Erfolgsfaktoren eines Systemwechsels – und zeigen, wie Unternehmen den Schritt in die digitale Zukunft erfolgreich gestalten können.

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Ausgangslage – Wie deutsche Logistiker zur Ablösung ihres Lagerverwaltungssystems stehen

Eine Ablösung des bestehenden Lagerverwaltungssystems (LVS) kann für viele Unternehmen in der Intralogistik eine entscheidende Lösung sein, um Prozesse zu modernisieren, Effizienz zu steigern und die Basis für eine durchgängige Digitalisierung der Lagerlogistik zu schaffen. Dennoch zögern zahlreiche Betriebe den Schritt zur LVS-Ablösung hinaus – häufig aus Unsicherheit oder Sorge vor den möglichen Konsequenzen.

Zu den häufigsten Bedenken zählen die Angst vor Anlaufproblemen, Betriebsunterbrechungen oder gar kompletten Stillständen im Materialfluss während der Umstellung. Auch die Befürchtung, dass der Softwarewechsel komplex, zeitintensiv und mit Intransparenz in der Projektabwicklung verbunden sein könnte, hält viele Verantwortliche davon ab, ein veraltetes System zu ersetzen.

Dabei sind genau diese Sorgen mit einer strukturierten Projektplanung, klar definierten Schnittstellen und einem erfahrenen LVS-Dienstleister meist gut beherrschbar.

Um die tatsächliche Marktsituation besser zu verstehen, hat Unitechnik Systems GmbH gezielt nachgefragt: In der Umfrage „Lohnt sich die Ablösung des Lagerverwaltungssystems?“ unter rund 60 Teilnehmenden aus unterschiedlichen Branchen im Juli 2021 wurde deutlich, wie Unternehmen aktuell zu einer Modernisierung ihres Lagerverwaltungssystems stehen, welche Erfahrungen bereits gesammelt wurden und welche Hürden bei der LVS-Migration als besonders kritisch wahrgenommen werden.

Trends in der Lagerlogistik – Wo das größte Optimierungspotenzial im LVS liegt

Das Ergebnis der Umfrage: Auch wenn zwei Drittel der Befragten mit ihrem derzeitigen LVS zufrieden oder sehr zufrieden sind, möchten 72 Prozent der Unternehmen kurz- bis mittelfristige Anpassungen vornehmen. Die Hälfte davon hat bereits konkrete Pläne, das LVS zu wechseln oder upzugraden. z. B. 

Überblick – Diese Arten von Lagerverwaltungssystemen werden aktuell genutzt

Wir betrachten vier verschiedene Arten von Lagerverwaltungssystemen.

LVS-Funktion in einem ERP-System
In dieser Variante wird kein eigenständiges Lagerverwaltungssystem eingesetzt. Stattdessen erfolgt die Verwaltung über integrierte Funktionen eines ERP-Systems wie SAP ERP, Microsoft Dynamics oder Infor. Diese Lösung eignet sich vor allem für kleinere oder weniger automatisierte Lager. Steigen jedoch die Anforderungen an Lagertechnik, Fördertechnik oder Prozessautomatisierung, stehen viele Unternehmen vor der Entscheidung, ob sie das ERP-System um kundenspezifische Module erweitern oder ein spezialisiertes LVS einführen. Ein dediziertes Lagerverwaltungssystem bietet meist mehr Transparenz, Effizienz und Schnittstellenvielfalt für die moderne Intralogistik.

Standard-LVS als Out-of-the-Box-Software
Die kostengünstigste Form eines Lagerverwaltungssystems ist die Standardsoftware mit fest definiertem Funktionsumfang. Sie ist sofort einsatzbereit („Out of the Box“) und erfordert keine lange Einführungsphase. Anpassungen an kundenspezifische Prozesse oder automatisierte Systeme sind jedoch kaum möglich. Unternehmen müssen ihre Logistikprozesse an die vorhandenen Funktionen anpassen. Dadurch ist diese Lösung besonders für einfache Lagerstrukturen geeignet, weniger jedoch für komplexe, automatisierte Materialflüsse oder dynamische Supply-Chain-Umgebungen.

Standardisiertes LVS mit flexibler Kundenanpassung
Diese Systemart kombiniert standardisierte Grundfunktionen mit der Möglichkeit individueller Erweiterungen. Sie bietet damit eine gute Balance zwischen Kosten, Flexibilität und Zukunftssicherheit. Kundenspezifische Anpassungen ermöglichen eine präzise Abbildung bestehender Logistikprozesse, während standardisierte Module eine stabile Basis bieten. Durch offene Schnittstellen zu ERP-, MES- oder WMS-Systemen lässt sich das LVS optimal in bestehende IT-Strukturen integrieren und unterstützt so die Digitalisierung und Automatisierung der Intralogistik.

Hoch individualisiertes LVS
Das hoch individualisierte Lagerverwaltungssystem ist auf die spezifischen Anforderungen eines Unternehmens zugeschnitten. Der Anteil an individueller Programmierung ist hier besonders hoch. Dadurch lässt sich die Software exakt an bestehende Lagertechnik, Fördertechnik und Produktionsprozesse anpassen. Diese Lösung ist ideal für komplexe, automatisierte Logistikzentren mit hohen Leistungsanforderungen. Sie ermöglicht maximale Effizienz, Skalierbarkeit und Datenintegration über alle Ebenen hinweg.

Mehr als die Hälfte der Befragten setzen bereits spezialisierte LVS-Systeme ein, die sich individuell an ihre Logistikprozesse anpassen lassen. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen, die ihre Intralogistik zukunftssicher, datenbasiert und effizient gestalten wollen.

Herausforderungen und Risiken bei der Ablösung von Lagerverwaltungssystemen

Bei mehr als 50 Prozent der Befragten ist die Gefahr von Stillständen in der Logistik der Hauptgrund, von einer LVS-Ablösung abzusehen. 45 Prozent glauben, dass der Umstellungsprozess zu langwierig sei. Aber auch das Thema Ressourcen spielt eine wichtige Rolle: 45 Prozent haben für ein Projekt zum Wechsel des bestehenden LVS nicht genug Manpower zur Verfügung. Dagegen nennt nur ein Viertel der Befragten die höheren Kosten eines neuen Systems als Argument.

Gründe für die Modernisierung und Ablösung veralteter Lagerverwaltungssysteme

1. Der Anbieter ist ausschlaggebend 
​​​​​​Der ursprüngliche Anbieter des Lagerverwaltungssystems (LVS) ist nicht mehr am Markt – das ist nur ein Grund, warum sich Unternehmen nach einer Alternative umsehen. Oft sind sie auch unzufrieden mit dem bisherigen LVS-Dienstleister, weil das System nicht weiterentwickelt wird oder Beratungskompetenz fehlt. Auch geänderte Lizenzmodelle mit höheren Kosten oder fehlende Ansprechpartner führen zu Frust. Viele Unternehmen suchen daher nach einem modernen Anbieter, der Lagertechnik, Fördertechnik und Softwareintegration vereint.

2. System ist nicht mehr auf dem Stand der Technik
Ein veraltetes Betriebssystem, fehlende Schnittstellen zu ERP oder MES sowie ausgelaufene Wartungsverträge sind häufig Gründe für eine LVS-Ablösung. Kein Unternehmen kann es sich leisten, in einem zentralen Bereich wie der Intralogistik ein Sicherheits- oder Ausfallrisiko einzugehen. Eine rechtzeitige Modernisierung verbessert die Lagerverwaltung, reduziert Risiken und schafft die Basis für Digitalisierung und effiziente Fördertechnik.

3. Wildwuchs reduzieren
Über Jahre gewachsene Strukturen führen zu unübersichtlichen Prozessen: viele Schnittstellen, unterschiedliche Systeme und personenabhängiges Know-how. Eine moderne LVS-Software reduziert diesen Wildwuchs, vereinheitlicht Abläufe und integriert Lagertechnik und Materialfluss zu einem effizienten Gesamtsystem. Ziel ist ein All-in-one-System mit klaren Prozessen und zentraler Datenbasis.

4. Kosten in den Griff bekommen
Steigende Betriebskosten sind ein häufiger Auslöser für die Ablösung eines Lagerverwaltungssystems. Hohe Lizenzgebühren, teure Anpassungen und ein hoher Administrationsaufwand führen langfristig zu ineffizienten Strukturen. Durch den Einsatz eines modernen LVS mit integrierter Lagertechnik und automatisierten Prozessen lassen sich die Betriebskosten nachhaltig senken. Standardisierte Funktionen und flexible Schnittstellen reduzieren zudem den Aufwand für Wartung, Pflege und Systemerweiterungen.

5. Anforderungen haben sich geändert
Veränderte Geschäftsprozesse, neue Technologien und höhere Leistungsanforderungen stellen bestehende Lagerverwaltungssysteme vor große Herausforderungen. Wenn das aktuelle LVS nicht mehr in der Lage ist, den Materialfluss oder die Produktionsanbindung effizient abzubilden, wird eine Modernisierung unvermeidlich. Ein skalierbares System mit moderner Softwarearchitektur und nahtloser Integration in die bestehende Lagertechnik sorgt für mehr Flexibilität und Zukunftssicherheit.

6. Daten sind der Rohstoff der Zukunft
In der modernen Intralogistik sind Daten die Grundlage für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit. Neue Lagerverwaltungssysteme erfassen und analysieren Betriebsdaten in Echtzeit und schaffen so Transparenz in allen Prozessen. Durch intelligente Auswertungen lassen sich Materialflüsse, Lagerbestände und Anlagenverfügbarkeiten optimieren. Eine datengestützte Lagerverwaltung bildet auch die Basis für kontinuierliche Verbesserung in der Fördertechnik.

Die Umfrage zeigt deutlich: Die häufigsten Gründe für eine LVS-Ablösung liegen in technisch rückständigen oder veralteten Systemen. Genannt werden insbesondere ein veraltetes Betriebssystem, mangelnde Upgradefähigkeit sowie fehlende Schnittstellen zu anderen IT-Systemen wie ERP, MES oder WMS. Diese Defizite verhindern eine durchgängige Digitalisierung der Lagerlogistik und erschweren die Integration moderner Automatisierungslösungen.

Auch geänderte Anforderungen in der Intralogistik spielen eine zentrale Rolle. Unternehmen wünschen sich heute ein intuitiv bedienbares Lagerverwaltungssystem, das automatisierte Prozesse unterstützt und eine nahtlose Anbindung an die Produktion ermöglicht.

Damit rückt die ganzheitliche Prozessoptimierung zunehmend in den Fokus – weg von isolierten Softwarelösungen hin zu integrierten Materialfluss- und Lagerverwaltungssystemen.

Erstaunlich gering bewertet wurden dagegen klassische Kostenthemen. Lizenzkosten, Wartungskosten oder Stundensätze der Anbieter spielen bei der Entscheidung für oder gegen eine LVS-Migration eine untergeordnete Rolle. Ausschlaggebend ist vielmehr die Funktionalität: Der Spitzenreiter unter den Kritikpunkten sind die fehlenden Analysemöglichkeiten der bestehenden Systeme. Ohne moderne Datenanalyse, Transparenz im Lager und kontinuierliche Leistungsbewertung fehlt vielen Unternehmen die Basis für eine nachhaltige Optimierung ihrer Logistikprozesse und den nächsten Schritt in Richtung Logistik 4.0.

Auswahlkriterien für die richtige LVS-Software und den passenden Anbieter

Diese LVS-Features sind gefragt
Bei der Auswahl ihres neuen LVS sollten Unternehmen auf einige Funktionalitäten achten. Grundsätzlich sollten alle Schmerzpunkte, die für einen Wechsel Anlass gegeben haben, im neuen LVS eliminiert werden.

Die wichtigste Basisanforderung an ein LVS ist die Bedienungsfreundlichkeit. In Zeiten von Fachkräftemangel und hoher Fluktuation ist es von entscheidender Bedeutung, Mitarbeiter schnell anlernen und flexibel einsetzen zu können. Dazu zählt auch die ortsunabhängige Nutzung von mobilen Endgeräten.

Ein modernes LVS sollte nicht starr programmiert sein, sondern aus einzelnen Modulen bestehen, die sich nach Bedarf kombinieren lassen.

Bei geänderten Anforderungen lassen sich Module nachrüsten. Das LVS wächst also mit. Die nächsten Nennungen verdeutlichen den Wunsch nach einem integrierten System. Die Integration erfolgt sowohl nach oben ins ERP-System wie auch nach unten in die Materialflusssteuerung, inklusive Anbindung der Steuerungstechnik und der Visualisierung des gesamten Materialflusses. Auch hardwaremäßig soll sich das neue System nahtlos in die IT-Landschaft einfügen.

Durch die systematische Erhebung und Auswertung von Daten aus dem Betrieb des Logistikzentrums lassen sich die Prozesse optimieren und der Durchsatz steigern.

Das sollte der Anbieter mitbringen

1. Der Anbieter eines Lagerverwaltungssystems muss sicherstellen, dass seine Software stets auf dem neuesten Stand der Technik ist und langfristig weiterentwickelt wird. Eine kontinuierliche Aktualisierung durch eigenes Fachpersonal gewährleistet Zukunftssicherheit, Kompatibilität und Stabilität. Ebenso wichtig ist ein zuverlässiger Support, der einen reibungslosen Betrieb des Lagerverwaltungssystems sicherstellt und bei Problemen schnell eingreift.

2. Darüber hinaus sollte der Anbieter über umfassende Prozesskenntnis und Planungserfahrung in der Intralogistik verfügen. Nur so kann er gemeinsam mit dem Kunden die bestehenden Materialfluss- und Lagerprozesse analysieren, optimieren und das LVS präzise auf die individuellen Anforderungen anpassen. Dabei spielt auch die Integration angrenzender Systeme wie ERP, MES oder Fördertechnik eine zentrale Rolle, um eine durchgängige Digitalisierung der Logistikkette zu ermöglichen.

3. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist außerdem die Erfahrung des Anbieters mit LVS-Umstellungen im laufenden Betrieb. Qualifizierte Projektleiter als feste Ansprechpartner sorgen für eine strukturierte, transparente und termingerechte Umsetzung. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist der Einsatz eines digitalen Zwillings der Anlage. Mit dieser virtuellen Testumgebung können Software, Schnittstellen und Automatisierungssysteme bereits vor dem Echtbetrieb geprüft werden.

Best Practice – Erfolgreiche LVS-Ablösung Schritt für Schritt erklärt

Schritt 1: Bestandsaufnahme der bestehenden Lagerverwaltung und Prozesse

Für Unitechnik ist die Basis jeder LVS-Ablösung eine gründliche Bestandsaufnahme des bestehenden LVS-Systems:

  • Prozesse
  • Datenstrukturen
  • Bedienerführung
  • Endgeräte
  • Schnittstellen zu anderen IT-Systemen
  • unterlagerte Steuerungen (Fördertechnik, Maschinen etc.)
  • IT-Infrastruktur

Schritt 2: Zieldefinition und Planung der LVS-Modernisierung

Der Anlagenbetreiber und der Anbieter des neuen Lagerverwaltungssystems legen gemeinsam den Funktionsumfang des neuen Systems fest.
Wichtige Fragestellungen dabei sind:

  • Soll die Einführung eines neuen LVS genutzt werden, um Prozesse zu optimieren, oder soll es eine Kopie des alten Systems werden?
  • Wie können moderne Endgeräte genutzt werden, um die Arbeit für die Mitarbeiter intuitiver zu machen?
  • Sollen angrenzende Systeme ebenfalls aktualisiert werden oder bleiben die Schnittstellen unverändert?
  • Welche Besonderheiten sind bei der Migration vom alten auf das neue System zu beachten?

Schritt 3: Der Digitale Zwilling – Schlüssel zum erfolgreichen LVS-Wechsel

Der Digitale Zwilling spielt in automatisierten Logistikanlagen eine zentrale Rolle bei der Einführung neuer Lagerverwaltungssysteme (LVS). Er bildet das reale Lager mit Fördertechnik, Robotern und Arbeitsplätzen virtuell ab und ermöglicht es, Funktionen und Schnittstellen vorab zu testen.

So kann das alte LVS an einem Wochenende durch das neue System ersetzt werden – ohne Unterbrechung des Betriebs. Lagerbestände und Aufträge werden simuliert, Prozesse in Echtzeit oder Zeitraffer geprüft und beliebig oft wiederholt, bis die Ablösung fehlerfrei läuft.

Ein ultimativer Testlauf sieht dann z. B. wie folgt aus:
Aus dem bestehenden LVS-Altsystem wird der aktuelle Lagerbestand exportiert und in das Neusystem importiert. Aus dem übergeordneten ERP-System werden gleichzeitig die Aufträge für einen ganzen Tag eingelesen. Das neue LVS arbeitet die Aufträge in Verbindung mit dem Digitalen Zwilling ab – in Originalgeschwindigkeit oder im Zeitraffer. Alles kann über die Visualisierung beobachtet werden. Im Unterschied zum Echtbetrieb ist der Tag beliebig oft wiederholbar.

Schritt 4: Mitarbeiter-Schulung für den sicheren Umgang mit dem neuen LVS

Das frühzeitige Einbinden der Mitarbeiter ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Dies fängt bereits bei der Festlegung der Arbeitsabläufe an und setzt sich im Umgang mit dem neuen System fort. Auch hierbei leistet der Digitale Zwilling eine gute Unterstützung. Endgeräte und Bediendialoge lassen sich auch schon vor dem Echtstart erproben – so wie ein Pilot erstmal im Flugsimulator trainiert. Auch das Instandhaltungspersonal sollte sich frühzeitig mit Anlagenvisualisierung und Assistenzfunktionen auseinandersetzen.
 

Schritt 5: Strukturierte Umstellung und Projektmanagement für die LVS-Ablösung

Ein gutes Projektmanagement ist die Grundlage für den Erfolg eines Projektes – insbesondere bei der Ablösung eines Lagerverwaltungssystems. Von herausragender Bedeutung ist es bei der eigentlichen Systemumstellung in der Intralogistik. Jeder Arbeitsschritt muss klar beschrieben sein, vor allem die Verantwortlichkeiten und der zeitliche Ablauf. So läuft die Migration des LVS strukturiert, effizient und ohne Hektik ab und sorgt für einen reibungslosen Übergang im laufenden Logistikbetrieb.

Schritt 6: Begleitung beim Hochlauf und Stabilisierung des neuen LVS

Trotz bester Vorbereitung kann es beim Hochlauf der Anlage an der ein oder anderen Stelle zu kleineren Problemen kommen. Jetzt ist es entscheidend, dass die Fachleute, die das neue Lagerverwaltungssystem programmiert, getestet und implementiert haben, den Betreiber aktiv unterstützen. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ begleiten sie die Logistikmitarbeiter und Instandhalter während der Anlaufphase. So wird sichergestellt, dass das LVS optimal funktioniert, die Intralogistikprozesse stabil laufen und das System langfristig zuverlässig arbeitet.

Praxisbeispiel – Erfolgreiche LVS-Ablösung bei Georg Fischer

Aufgabe
Aus drei mach eins: So lautete die Aufgabenstellung, die das Schweizer Industrieunternehmen Georg Fischer (GF) an Unitechnik stellte. An den Standorten der Division GF Piping Systems in Schaffhausen sollte eine zukunftsfähige All-in-one-Lösung drei verschiedene Vorsysteme zur Lagerverwaltung ersetzen und 110 LVS-Arbeitsplätze ausstatten. Die Herausforderung: Das neue Lagerverwaltungssystem UniWare musste einen hochoptimierten Stand ablösen und sehr komplexe Logistikprozesse abbilden. Ebenso wichtig war den Auftraggebern, dass der Wechsel ohne Anlagenstillstände möglich ist. 

Lösung
Wie Unitechnik diese Anforderungen im Detail umgesetzt hat, verrät die Case Study „UniWare-LVS für zentrales Distributionszentrum und Außenläger“ unter:
https://www.unitechnik.com/case-studies/georg-fischer.html 

Fazit – Eine erfolgreiche LVS-Ablösung als Schlüssel zur digitalen Zukunft

Fest steht: Die Ablösung von Lagerverwaltungssystemen ist komplex – insbesondere, weil sie im laufenden Betrieb geschieht. Der Weg zum passgenauen LVS muss daher immer individuell auf den Einzelfall abgestimmt sein. Es empfiehlt sich, einen Anbieter auszuwählen, der ein standardisiertes LVS mit flexiblen Anpassungsmöglichkeiten – wie UniWare von Unitechnik – an spezifische Kundenanforderungen bietet. Ein fester Bestandteil sollte die Emulation sein, um das Risiko der Umstellung durch Vorabtests auf ein Minimum zu reduzieren. Dieser Digitale Zwilling hilft auch dabei, Optimierungspotenziale hinsichtlich der logistischen Prozesse zu identifizieren. Denn: Eine LVS-Ablösung ist auch eine Chance. Nicht nur, um zum Beispiel mehrere Insellösungen in ein All-in-one-System zu integrieren oder um neue Geschäftsanforderungen einmal abzubilden. Im besten Fall ist das neue LVS in der Lage, flexibel auf Prozessänderungen zu reagieren und neue Funktionen nachzurüsten. Damit ist das Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt. 
 

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Die Unitechnik Systems GmbH mit Sitz in Wiehl zählt seit fünf Jahrzehnten zu den führenden Anbietern von Industrieautomatisierung, Intralogistik und Informatik. Das Familienunternehmen plant und realisiert in zweiter Generation maßgeschneiderte Systeme für die innerbetriebliche Logistik, Lagerverwaltung und Produktion. Innovative Softwarekonzepte bilden dabei den zentralen Baustein für effiziente Materialflüsse und digitale Prozesssteuerung. Unitechnik tritt weltweit als Systemintegrator und Gesamtlieferant auf und bietet umfassende Lösungen für Lagerverwaltungssysteme, Fördertechnik und Produktionslogistik. Seit vielen Jahren ergänzt Logistik-Consulting als eigenständige Dienstleistung das Portfolio – Kunden profitieren dabei von jahrzehntelanger Praxiserfahrung und technologischer Kompetenz. Zu den Referenzen zählen namhafte Unternehmen wie AS-Création, CLAAS, DEHN, Hela, Linde Gas, Nobilia, Soennecken, Testo und Turck.

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